Timo ist 21 und hat gerade seinen Wehrdienst
hinter sich. Fast ein Jahr hat er seine beste
Freundin nicht mehr gesehen. Lediglich über
das Telefon haben sie sich gegenseitig auf dem
Laufenden gehalten. Und jetzt, da sie
gemeinsam einen Tag am See
verbringen wollen, dringen die
Veränderungen langsam in Timos
Bewusstsein: Silke ist hochschwanger.
Doch damit nicht genug: Sie hat
auch einen Freund, den sie bald heiraten will
und eine Freundin, die an Dummheit kaum zu
überbieten ist.
Timo fühlt sich von der Realität überrannt.
Am Telefon klang das alles so weit weg. Jetzt
aber kann er die Augen vor der Wirklichkeit
nicht mehr verschließen: Seine beste Freundin
ist ihm fremd geworden. Irgendwie ist ihm die
ganze Situation unangenehm. Und auch Silkes
Freund Bernd scheint der Idylle gern entfliehen
zu wollen. Schnell bemerkt Timo, dass er den
jungen Mann äußerst attraktiv findet. Nun ist
die Verwirrung komplett. Darf er den zukünftigen
Mann seiner besten Freundin begehren?
Die Antwort ist klar. Doch Bernd schickt seinerseits
unmissverständliche Signale.
Als die beiden gemeinsam mit dem Boot auf
den See hinausfahren, sieht Timo seine Loyalität
gegenüber Silke auf eine harte Probe gestellt.
Kann er widerstehen?
Zum Autor:
Florian Höltgen wurde 1985 geboren
und studiert Germanistik und Philosophie.
Zusammen mit seinem Hund Jack
wohnt er mit einem Freund in einer
kleinen WG in Köln. Neben dem Lernen
geht er einer Vielzahl von Nebenjobs
nach, wobei er aber stets darauf achtet,
genügend Zeit zum Schreiben zu
haben.
Was fasziniert dich am Schreiben?
Ich stelle mir gern vor, dass ich so
wahrheitsgetreu wie möglich schreibe.
Alles, was ich zu Papier bringe, soll
auch tatsächlich so geschehen können.
Dabei reizt mich besonders, dass
ich gerade diese realen Dinge voll und
ganz in der Hand habe. Ich sitze am
Steuer und kann bestimmen, wo die
Fahrt hingeht. Besonders faszinierend
finde ich dabei die Innenwelten der
Charaktere, ihre Psychologie. Ich setze
meine Figuren gern in Situationen, die
sie an ihre Grenzen bringen.
Du schreibst über Schwule. Wann hast
du selbst gemerkt, dass du schwul bist?
Irgendwie habe ich es immer schon
gewusst. Das war bei mir zu Hause
nie das große Problem. Ich hatte das
Glück, so sein zu dürfen, wie ich sein
wollte. Trotzdem hat es mich einiges
an Überwindung gekostet, meinem
Vater tatsächlich auch zu sagen, dass
ich Jungs mit nach Hause bringen
werde. Ich hatte mein Coming-out mit
knapp siebzehn.
Wolltest du mit deinen Texten schon
immer an die Öffentlichkeit?
Nein. Ich habe zwar immer mal wieder
darüber nachgedacht, meine Manuskripte
an Verlage zu schicken, aber
letztlich habe ich mich dann doch
nicht getraut. Vor fast einem halben
Jahr habe ich dann Alex Seinfriend
(„1Trip2Kill“, Himmelstürmer Verlag)
kennen gelernt, der mir immer wieder
sagte, dass ich unbedingt ein Buch
rausbringen sollte. So kam eins zum
anderen …