Ethnische Konflikte sind schwer zu lösen, wie viele Konfliktherde weltweit zeigen. Umso größer war der Jubel der New York Times, als 1992 der Südtirol-Konflikt zwischen Österreich und Italien vor der UNO als erfolgreich beendet erklärt wurde. Dabei waren die Voraussetzungen alles andere als günstig. Südtirol und das Trentino als Teil der Habsburger Monarchie fielen nach dem Ersten Weltkrieg an Italien. Faschismus und Nationalsozialismus, Bevölkerungstransfers und Krieg prägten das Leben bis 1945. 1946 schlossen Österreich und Italien das Pariser Abkommen zum Schutz der deutschsprachigen Minderheit in der Region Trentino-Südtirol ab. Trotzdem kam es zu Bombenanschlägen, später zu zwei UNO-Resolutionen und zu Verhandlungen zwischen Wien und Rom. Heute ist der Konflikt beigelegt, die Autonomie und der Minderheitenschutz der Region Trentino-Südtirol als nachahmenswertes Modell präsentiert. Es ist eine Erfolgsgeschichte, die in zehn Beiträgen namhafter Experten und Expertinnen wissenschaftlich spannend erzählt wird.